KORNBURG — Immer dann, wenn es in der jüngsten Vergangenheit bei den Kickern des TSV Kornburg brannte, war ein Mann gefragt, der das Schlimmste verhindern soll. Gerhard Hofbeck hat die Kornburger schon zwei Mal vor dem Abstieg aus der Bezirksliga gerettet — bei seiner dritten Mission geht es zwar nicht direkt gegen den Abstieg, allerdings wäre eine verpasste Qualifikation für die neue Landesliga in der Saison 2012/2013 nur eine Umschreibung dessen, was sich wie ein Abstieg anfühlen würde. Nach der Heimniederlage gegen den SC 04 Schwabach wurde vollzogen, was viele Kenner der Szene bereits zwei Wochen vorher nach dem katastrophalen Auftritt der Kornburger beim TSV Buch (0:4) erwartet hatten: die Trennung von Coach Florian Beck. Damals waren die Kornburger Verantwortlichen offensichtlich noch nicht soweit, entsprechende Schritte einzuleiten, zumal dem TSV auf Platz sechs, der die direkte Landesliga- Qualifikation bedeuten würde, lediglich drei Zähler fehlten. Die Entscheidung, an Beck festzuhalten, schien sich sogar auszuzahlen, denn am Karsamstag folgte der überraschende Auswärtserfolg gegen SG Quelle Fürth, um dann jedoch zwei Tage später, am Ostermontag, in Baiersdorf wieder an den blutleeren Auftritt in Buch zu erinnern. Unruhe im Umfeld Das Derby gegen Schwabach hatte für den 33-jährigen Übungsleiter mehr oder weniger den Charakter eines Schicksalsspiels, zumal sich in diesen Tagen auch im Umfeld der Kornburger „Ersten“ Unruhe breit machte. Von teilweise lustlosen Darbietungen mancher Spieler auf dem Platz ganz zu schweigen. Als Florian Beck der Mannschaft nach der Niederlage gegen den SC 04 Schwabach eröffnete, dass er zur neuen Saison den TSV Kornburg ohnehin verlassen und sich eine neue Aufgabe als Trainer suchen wolle, sah sich die sportliche Leitung zum Handeln gezwungen. Abteilungsleiter Harald Schwarz befürchtete, dass der Trainer durch diese Aussage seine Spieler für die anstehenden schweren Wochen wohl nicht mehr motivieren könne, ihnen sogar ein Alibi verschaffen würde. In einem Gespräch einigte man sich darauf, bereits mit sofortiger Wirkung getrennte Wege zu gehen. Am Montagabend fragte TSV-Vorsitzender Franz Pesteritz telefonisch bei Gerhard Hofbeck nach, ob er sich ein erneutes Engagement als Trainer der „Ersten“ vorstellen könne — am gestrigen Dienstagabend leitete der Neue bereits das erste Training. Das Feuer entfachen Für Hofbeck, der zwar in Heßdorf wohnt, aber sich mit den Verhältnissen in Kornburg bestens auskennt, ist es eine absolut reizvolle Aufgabe. Wenngleich er um die Schwere seines nun dritten Engagements beim TSV weiß: „Ich habe die Mannschaft während dieser Saison bereits einige Male gesehen. Es steckt viel Potenzial in der Truppe, allerdings habe ich kein Feuer in der Mannschaft entdeckt.“ Hofbecks Aufgabe als Feuerwehrmann wird nun erst einmal darin bestehen, das Feuer zu entfachen. In Gesprächen werde er nun versuchen, aus vielen guten Einzelspielern wieder eine geschlossene Einheit zu bilden, der „Mannschaft wieder Leben einzuhauchen“,.. . …um dann die sportlichen Ziele vielleicht doch noch umsetzen zu können. Noch sieht der 60-Jährige, dessen vorerst letzte Trainerstation vor drei, vier Jahren der BSC Erlangen gewesen ist, Chancen auf die direkte Landesliga- Qualifikation. Und wenn nicht, dann besteht ja immer noch die Möglichkeit, über die beiden Relegationsspiele (Hin- und Rückspiel wie im Europapokal) aufzusteigen. An der momentan prekären personellen Situation dürfte sich so schnell jedoch nichts ändern. Stefan Lausecker und Marco Perras, zwei Schlüsselspieler, fallen wohl noch für Wochen aus. Perras will nach seinem Kreuzbandriss in den nächsten Tagen wieder mit Lauftraining beginnen. Vielleicht ist er ja doch eine Option, wenn es in einer Saisonverlängerung um die Landesliga-Quali geht? ROLAND JAINTA Die sportliche Situation: DerTSVKornburgbelegtnach25Spieltagen inderBOLPlatzelf,fünfPunktehinter demTabellensechsten,dergeradenochdirekt fürdieneueLandesligaqualifiziertist. DieTeamsaufdenPlätzensiebenbis12sowie dieMeisterderBezirksligen1und2spielen nach folgender Auslosung in Hin- und Rückspiel vier weitere Landesligisten aus: AchterBOL–ZehnterBOL,12.BOL–Siebter BOL,ElfterBOL–MeisterBezirksliga1,SV73 SüdNürnberg(MeisterBezirksliga2)–Neunter BOL.
Bereits nach dem Spiel in Buch, das die Kornburger mit 0:4 verloren, war klar, dass es so nicht mehr weitergehen durfte. Auf dem Bild von links: Co-Trainer Christian Kolb, Florian Beck und Vereinsvorsitzender Franz Pesteritz. Foto: Zink

Gerhard Hofbeck.
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Als ob der nervenaufreibende Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga 2 und das heute Nachmittag anstehende schwere Gastspiel beim designierten Meister SV 73 Süd Nürnberg (16 Uhr) nicht schon reichen würde. Nun sorgt beim SC Großschwarzenlohe auch noch der Rücktritt des Trainers für Unruhe. Frank Ulbricht hat gestern das Handtuch beim SCG geschmissen – und der Nachfolger steht bereits fest. GROSSSCHWARZENLOHE/ BÜCHENBACH — „Teile der Mannschaft und ich hatten einfach unterschiedliche Vorstellungen“, begründete Frank Ulbricht seinen Rücktritt gestern Mittag im Gespräch mit unserer Zeitung. In den vergangenen Wochen klang beim 56-Jährigen schon das ein oder andere Mal die Unzufriedenheit mit einem Teil seiner Schützlinge ob deren Leistungsbereitschaft an. Die internen Reibereien gipfelten dann in einem Gespräch, das die Mannschaft am Donnerstagabend mit der Abteilungsleitung um Udo Wörlein und dem Vorsitzenden Peter Schmidt suchte. „Einige Spieler waren nicht mehr mit der Amtsführung von Frank zufrieden“, so Peter Schmidt über dieses Gespräch. Ulbricht stellte schließlich am noch Freitagmorgen seinen Posten zur Verfügung. Ulbricht enttäuscht Obwohl Frank Ulbricht eine gewisse Enttäuschung über die Entwicklung nicht verbergen konnte, wolle er nun „keine schmutzige Wäsche waschen“. Die Frage, ob denn jene Entwicklung mit seiner im März veröffentlichten Entscheidung zu tun habe, in der kommenden Saison die Sp Vgg Diepersdorf zu trainieren, ließ er mehr oder weniger unbeantwortet. Peter Schmidt will diesen Aspekt nicht als Argument für die frühzeitige Trennung gelten lassen und nimmt nun die Mannschaft in die Pflicht. „Wir sind Frank zu Dank verpflichtet, keiner hier zweifelt an seinen sportlichen Qualitäten, auch seine Kritiker nicht. Jetzt geht es im Schlussspurt um das Vordergründigste: den Klassenerhalt“, so Schmidt. Schötterl der neue Mann Gelingen soll der nun mit Herbert Schötterl, bis zur Winterpause noch Trainer des TSV Heideck. Zuletzt trainierte der ehemalige Bayernligatorhüter, der in Wendelstein wohnt, die Großschwarzenloher Torhüter. Am Gründonnerstag wurden sich die SCG-Verantwortlichen mit dem 57-jährigen A-Lizenz-Inhaber einig, dass er die Mannschaft zur neuen Saison übernehmen soll. „Jetzt haben uns die Ereignisse überholt“, sagt Peter Schmidt. Herbert Schötterl wird also bereits in der Nürnberger Werderau erstmals auf der Trainerbank Platz nehmen. Gewinnen die Nürnberger übrigens ihr Heimspiel gegen Großschwarzenlohe und der TSV Berching am Sonntag seines gegen die TSG Solnhofen nicht, ist die Gerstner-Elf bereits fünf Spieltage vor Schluss nicht mehr einzuholen. Wie man gegen den Spitzenreiter zu Werke geht, hat am Karsamstag der kommende Gegner des TV 21 Büchenbach vorgemacht. Mit einem 1:1-Unentschieden hat der ESV Ansbach-Eyb den zuvor acht Spiele andauernden Siegeslauf des SV 73 Süd gestoppt. Und ganz nebenbei sind die Ansbacher damit auch seit sieben Partien ungeschlagen. Nachdem darunter aber auch fünf Unentschieden gewesen sind, hängen die Bezirkshauptstädter im hinteren Tabellenmittelfeld (10.) fest. Sechs Zähler mehr hat der TV 21 auf seinem Konto (7.), der jüngst zu einem knappen 1:0-Sieg beim Kellerkind in Rothenburg kam. Das Hinspiel ging mit 2:0 an Ansbach. Bei der aktuellen Auflage kommt es am Hans-Lederer-Weg (Samstag, 16 Uhr) auch zum Duell zweier Toptorjäger der Liga. Hinter Aufkirchens Jochen Egner, der bereits 21 Mal getroffen hat, folgen nämlich Ansbachs Philipp Weingärtner (20, gemeinsam mit Uffenheims Ronny Bößendörfer) und Büchenbachs Christian Krach (19, gemeinsam mit Solnhofens Fabian Eberle). MATHIAS HOCHREUTHER
Frank Ulbricht ist seit gestern nicht mehr Trainer des SC Großschwarzenlohe. Foto: Zink
Sitzt bereits heute in Nürnberg auf der Trainerbank des SCG: Herbert Schötterl. Foto: Giurdanalla
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Viele Zweikämpfe wie in dieser Szene zwischen dem Kornburger Kai Edenharter und Stefan Struller (rechts) prägten das gestrige Bezirksoberliga-Derby des TSV Kornburg gegen den SC 04 Schwabach, das die Gäste mit 2:0 gewannen. Foto: Jainta
Nur leicht ins Straucheln brachte der SC Großschwarzenlohe (in Schwarz) den bereits feststehenden Meister. Am Ende hatten die „Süder“ hauchdünn mit 1:0 die Nase vorne. Foto: Jainta
Zu ängstlich, zu wenig Durchschlagskraft. Das verdiente 0:1 des TSV Kornburg — links Kapitän Lausecker — gegen den BSC Woffenbach war ein schwerer Rückschlag für die Mannschaft aus dem Nürnberger Süden. Foto: Gerner
Sieht gefährlich aus, war aber weit drüber. Großschwarzenlohes Sergi ballert diesen Abpraller über das Aufkirchener Gehäuse. Am Ende entführten die weit gereisten Gäste die Punkte mit einem 2:0. Foto: Gerner
Turbulenzen vor der Kornburger Ersatzbank, doch die Gäste (in roten Trikots) bereinigten die Situation. Foto: Bernd Böhner
Kornburgs Regisseur Jackson Rudziski (vorne) führte seine Elf zu einem knappen 3:2-Sieg über Wendelstein. Foto: Gerner
Pierluigi Vitale (li.) und seine Großschwarzenloher feierten gegen Neuendettelsau einen ganz wichtigen 2:1-Erfolg. Foto: Gerner