„Sag’ bloß nicht erste Mannschaft dazu“
Der Ruf des TSV Kleinschwarzenlohe ist nicht mehr allzu gut bei den Gegnern — 1:5-Derbypleite bei der SCG-Reserve
GROSS-/KLEINSCHWARZEN-LOHE (stt) – Der Ruf des TSV Kleinschwarzenlohe ist nicht mehr allzu gut bei seinen Gegnern in der Kreisklasse Jura Nord. „Sag’ bloß nicht erste Mannschaft dazu“, meint ein Anhänger des SC Großschwarzenlohe abfällig, als er die Leistungsstärke des Gegners einschätzen soll. „Da spielen ja einige von den Alten Herren mit“, glaubt er zu erkennen. SC Großschwarzenlohe gegen TSV Kleinschwarzenlohe. Freilich ein Derby, aber nicht auf Augenhöhe. Schließlich spielte am frühen Sonntagnachmittag nur das Reserveteam des SCG gegen den Lokalrivalen. Aus dem benachbarten Ortsteil hingegen war die erste Mannschaft zum Kreisklassenspiel angereist. Für Kleinschwarzenlohe hatte die Partie indes keinerlei Bedeutung mehr. Das Team ist abgeschlagen Letzter und rechnerisch bereits in die A-Klasse abgestiegen.
Mit ein Grund dafür sind auch interne Querelen. Schließlich bestand die Aufstiegstruppe ausschließlich aus Wendelsteiner Neuzugängen. Die Stammelf mit eigenen Kräften fühlte sich übergangen. In der laufenden Saison standen sich so stets zwei Lager gegenüber. „Die müssen wir nächste Saison integrieren“, so Günther Hermann, einer der drei TSV-Coaches. Der SC Großschwarzenlohe hat ebenfalls keine berauschende Saison gespielt. Den Abstieg aber könnte er noch abwenden. Dazu musste die Mannschaft das Derby gewinnen. Entsprechend trat sie auch auf. Nach 15 Minuten führte man mit 3:0. Der Gegner spielte geradezu desolat. 5:1 lautete der Endstand nach 90 Minuten.
„Bei uns sind sechs Spieler im Urlaub und beide Torhüter bei einer Taufe“, erklärte Trainer Günther Hermann das miserable Auftreten seiner Truppe. Der TSV Kleinschwarzenlohe hat seit der Winterpause kein Spiel mehr gewonnen. Nach nur einem Jahr Kreisklasse bedeutet das den sofortigen Wiederabstieg. „Die Liga war zu stark für uns“, heißt es auf Seiten des TSV Kleinschwarzenlohe.
Zu Beginn der 90er Jahre erlebte der Verein wesentlich bessere Zeiten. Unter Trainer Thomas Schott gelang der Durchmarsch von der B-Klasse in die Bezirksliga, der man immerhin vier Jahre angehörte. Die Recken von damals ziehen heute am Spielfeldrand die Fäden. Andy Pölloth und Günther Grabinger bilden mit Günther Hermann das Trainerteam, das auch in der neuen Saison die Verantwortung tragen soll. „Unser Blick ist nach vorne gerichtet, wir brauchen einen Neuaufbau“, sagen alle drei übereinstimmend. Den wolle man konsequent angehen, verspricht der stellvertretende Abteilungsleiter Zoltan Monitsch. „Dafür werden wir uns alle voll einsetzen, vom Trainerstab bis zur Abteilungsleitung“, zeigt sich Monitsch entschlossen, denn er findet es „ziemlich frustrierend, dass wir heute gegen eine Reserve verlieren“. Neue Spieler sollen in der kommenden Saison für mehr Erfolg sorgen. „Namen wollen wir aber noch keine nennen“, sagt Andy Pölloth.
Thomas Schott ist heute ebenfalls noch aktiv im TSV Kleinschwarzenlohe. Bis Dezember trainierte er die 2. Mannschaft, die in der A-Klasse Jura 2 auf Rang drei rangiert. Zu den Spielen der „Ersten“ kommt er fast immer als Zuschauer. „Zielsetzung muss sein“, gibt er seinen Trainerkollegen für die nächste Saison völlig recht, „ein gutes Team zu formen, das vorne mitspielen kann“. Sich daran zu beteiligen, ist einem anderen Ehemaligen aus der Bezirksliga-Truppe zu wenig. Ihn drängt es förmlich zu tatkräftiger Unterstützung. „Wenn man hier so zuschaut, möchte man der Mannschaft helfen, aber man ist zu alt“, stellt Detlev Mayer seufzend fest. Denn selbst für die A-Klasse gilt: Alte Herren werden dem TSV Kleinschwarzenlohe nicht helfen, seinen Ruf zu verbessern.
SC Großschwarzenlohe II: S.Köhler(58. Horvath), Harrer, Kopischke, Stromberger, Regler,Walther,Wieser(46.Kadelbach),Grabinger, Trexler(69.Brunner),M.Köhler,Bitterwolf.
TSV Kleinschwarzenlohe: Kreter,Leitermann (46. Weschta), Schache, Grabinger, Haas,Schaller,Keyl,Ebersberger,Karl,Yildiz, Korner Tore: 1:0Harrer(5.),2:0Harrer(9.),3:0 Stromberger(14.),3:1Haas(25.),4:1Bitterwolf (76.),5:1Brunner(83.).

Frustrierte Kleinschwarzenloher Kicker waren in der laufenden Kreisklassen-Saison keine Seltenheit. Der sofortige Wiederabstieg war nicht aufzuhalten. In der neuen Runde will man aber einen Neuanfang wagen. Foto: Schmitt
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